Praxisberichte

Unsere Sprachpaten aus dem 2. Schuljahr berichten

Warum bist du Sprachpate geworden?

K: Weil ich anderen Kindern helfen möchte.

A: Ich habe im letzten Jahr so auch Deutsch gelernt. Mit meinen Sprachpaten. Als ich in die Schule kam, konnte ich nichts verstehen. Zuhause sprechen wir Spanisch und Italienisch. Mit Marie- Lou und Henriette habe ich viel gelernt. Die waren immer so lustig.

N: Weil ich den Flüchtlingen helfen will.

 

Seit wann bist du Sprachpatin?

K: Seit den Sommerferien. Vorher habe ich zugeguckt, wie meine Schwester das gemacht hat. Das fand ich cool. 

A: Seit dem Sommer.

N: Nach den Sommerferien.

 

Wie sieht dein Training aus?

K: Vorsprechen, nachsprechen. Laut, leise und so. Wir sortieren die Wörter nach blau, rot und grün. Wir haben auch eine Lernbox.

A: Wir spielen mit der Lernbox. Ich spreche ihm alles vor und er muss es nachsprechen. Dann gehen wir in die Pause.

N: Ich spreche M. einen Satz vor und sie spricht mir nach. Dann sortieren wir die Nomen nach den Farben.

 

Wo hast du gelernt Sprachpate zu sein?

K: Von meiner Schwester, die geht jetzt auf eine weiterführende Schule. Und in der Schule. Wir haben so ein Sprachpatentraining gemacht.

A: Ich mache das so, wie meine Paten das mit mir gemacht haben. Meine Lehrerin zeigt mir auch noch andere Spiele. 

N: Bei meiner Lehrerin. Sie zeigt mir, was ich tun muss. Ich habe auch eine Urkunde bekommen.

 

Macht es dir Spaß?

K: Ja, es macht mit sehr viel Spaß. Und wenn I. dann in der Klasse etwas sagt, bin ich sehr stolz auf ihn. Ich bin froh, dass ich ausgewählt worden bin.

A: Ja, aber manchmal macht A. nur Quatsch, dann ist es nicht schön.

N: Ja. Es macht super viel Spaß. M. lernt sehr schnell. Sie kann schon sehr viel, aber an manchen Tagen will sie nicht. Dann lasse ich sie in Ruhe. Oder wir spielen lustige Spiele, die ich gelernt habe. Wenn sie dann lacht, machen wir weiter.

 

Was bedeutet es für dich, Sprachpate zu sein?

K: Ich möchte ein Vorbild sein. Ich hoffe, dass noch mehr Schulen das Sprachpatentraining machen.

A: Ich kann anderen Kindern helfen.

N: Ich möchte anderen Kindern helfen. Wenn M. etwas sagt, macht mich das sehr glücklich. Wenn sie etwas richtig macht, bin ich glücklich. Und wenn sie etwas falsch sagt, bin ich auch glücklich, weil ich ihr dann noch etwas beibringen kann.

Unsere Sprachpaten der ersten Stunde berichten

Hallo,

wir heißen Henriette und Marie-Lou und wir waren bis vor den Sommerferien noch auf der GGS Trooststraße und waren dort Sprach- beziehungsweise Deutschpaten. Und was genau das ist erzählen wir euch jetzt. Angefangen hat es damit, dass wir ein nicht deutsch sprechendes Kind in die 1. Klasse bekommen haben. Und da das Kind ja in der Schule Deutsch lernen sollte, musste sich unserer Kunstlehrerin Frau Schick etwas überlegen. Herausgekommen ist dann wirklich eine tolle Idee und wir beide hatten die Ehre, diese Idee umzusetzen. Wir haben dem Kind namens Andrea mit Bildern, Spielen und Gesten versucht, die Wörter einzuprägen. Wir haben dafür am Tag 20 Minuten unserer Unterrichtszeit geopfert ☺ und dann Andrea die Wörter beigebracht. Als dann die Flüchtlinge kamen, hat alles noch mehr Spaß gemacht, denn dann konnten nicht nur wir beide mit den Flüchtlingen Lernspiele spielen, sondern sie haben es mit der Zeit auch gegenseitig gemacht. Inzwischen hat unsere Lehrerin sogar schon ein Buch geschrieben Namens EDL-Einfach Deutsch Lernen. Vielleicht hat euch das auch geholfen. 

 

Eure Marie-Lou und Henriette

Eltern aus dem Elterncafé berichten

Seit September 2016 gibt es ein Elterncafé mit dem Ziel, die Flüchtlingsfamilien zu integrieren und Kontakt mit ihnen zu pflegen. Ein Team aus mehreren Müttern, darunter auch unsere Übersetzter, ohne die es gar nicht möglich wäre mit den Flüchtlingsmüttern zu sprechen, investiert seine Montagvormittage in der Schule. Dort besprechen wir Themen die den schulischen Ablauf betreffen oder Briefe von Ämtern, etc. In der Regel kommen 3-4 Flüchtlingsmütter, mit denen wir spielerisch die deutsche Sprache lernen (über Spiele wie Memory, Ich packe meinen Koffer, Kartenspiele). Es gibt Getränke und auch immer wieder was Selbstgebackenes von den Müttern. Wir haben immer eine gute Zeit miteinander und sehen die Dankbarkeit der Mütter, über die wir uns sehr freuen. Ein reger Austausch mit den Lehrern sowie gute Zusammenarbeit ist uns wichtig. Wir würden uns auch über weitere Unterstützung im Team freuen!

   

Das Elterncafé